SOMBOR, im 18.Jh. Einwanderungszentrale und ab 1802 Hauptstadt der Batschka



Zur Geschichte der Stadt schreibt Josef Schramm 1960 in seinem Buch
"BATSCHKA, das fruchtbare Land zwischen Donau und Theiß" :


Die Steppen der Westbatschka beherrschte schon in türkischer Zeit die Stadt S o m b o r.
Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt von dem türkischen Reiseschriftsteller Tschelebi als sehr schmuck bezeichnet: die Straßen waren mit Holz gepflastert, die Häuser aus Flechtwerk erbaut, die Dächer aus Schindeln . . .
Leider war aber das Trinkwasser sehr schlecht, und der tatarische Khan und Dichter Ghazi Gherai schrieb in einem Brief:


"Was Wunder, wenn bitt'rer Gruß zuvor, Denn bitter ist das Wasser zu Zombor!"

Nach der Befreiung von den Türken wurde Sombor (Somburg) Sitz einer Verwaltungsstelle der Hofkammer und des Hofkriegsrats. Im Jahre 1745 kam die Stadt an Ungarn und wurde zwei Jahre später von Maria Theresia zur königlichen Freistadt erhoben.
Im Jahre 1802 wurde Sombor die Hauptstadt des Landes und man begann mit dem Bau eines "Komitatshauses", in dem die Spitzen der Verwaltung untergebracht werden sollten. Dieses erste Komitatshaus wurde achtzig Jahre später abgerissen und an seiner Stelle 1880-1882 ein neues Komitashaus errichtet.
Im Prunksaal dieses hier abgebildeten Palastes befindet sich das berühmte Gemälde "Die Schlacht bei Zenta" des großen batschkaer Malers Franz Eisenhut.
Heute beherbergt das Komitatshaus ein wertvolles vor- und frühgeschichtliches Museum, eine wissenschaftliche Bibliothek und einen Teil des Landarchivs.
Sombor war stets ein bedeutendes Wirtschaftszentrum und hatte Banken, eine Handelskammer, eine Produktenbörse sowie große Jahrmärkte.

(Heinrich Stephan)

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